Jetzt ist es also Krebs.
Seit etwas mehr als einer Woche weiß ich das.
Keine Ahnung, seit wann es mein Körper schon weiß, aber vor wenigen Monaten hat er sich dann mitgeteilt. Ein komisches Ei am Hals. Gewichtsverlust. All diese Dinge.
Erst hieß es Kropf, dann Knoten, Struma Nodosa, jetzt Karzinom.
Der dicke Brocken ist schon herausgeschnitten, der Rest folgt noch.
Eine weitere OP. Strahlenbehandlung.
Und dann?
Beste Chancen.
Alles wieder gut.
Bestimmt.
Jetzt muss ich nur positiv bleiben. Stark sein. Optimistisch. Muss an die guten Heilchancen denken. Dann wird schon alles wieder. Dann wird schon alles wieder. Dann wird schon alles wieder...gut.
Aber es ist gar nichts gut. Kein bisschen. Mein Hirn verdreht sich im täglichen Spagat. Zwischen angstverschwitzem Herzklopfen und wilder Kampfesmut, aufkeimender Zuversicht und totaler Verzweiflung zerbröset das kleine bisschen Mensch. Und am Ende des Tages frage ich mich dann erschöpft: Was soll die ganze Scheiße?
Vielleicht wird mir ein Blog helfen.
Vielleicht finde ich einen Blog aber auch dämlich und höre gleich wieder damit auf.
Mein Leben besteht fast nur noch aus Vielleichts.
Warum auch nicht.